Margaret Jardas

Der Zauber aus Benghasi
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Der Zauber von Benghasi

Roman von Margaret Jardas

ISBN-13: 978-3-492-24899-0
Veröffentlichungsdatum: Juli 2007
Einband: kartoniert/broschiert
Verlag: PIPER
Sprache: Deutsch
Reihe: Piper Taschenbuch Nr. 4899
Seiten: 344

Kurzbeschreibung

Salome Winter, Ende Vierzig und geschieden, hat endlich die Genehmigung für eine Reportagereise nach Libyen bekommen. Nicht frei von Vorurteilen steht sie ihrem offiziellen Begleiter gegenüber - es ist ein junger Mann, selbstbewußt, gebildet, elegant und faszinierend schön. Die Reise beginnt, Salome glaubt zu träumen, und bald sieht sie dieses Land nur noch durch Sabris dunkel glitzernde Augen. Sie vergißt ihr Alter und erliegt der Faszination der fremden Kultur und einer großen Liebe von nie erlebter Erotik. Bis der Besuch bei der hochvermögenden Familie von Sabri für eine harte Landung sorgt. Doch sie hat die Schönheiten der Wüste und der libyschen Altertümer erlebt - und eine große Liebe mit nie gekannter Erotik und Lebenslust. Wird sie aus dem Traum erwachen müssen?


Rezensionen

Eine wundersame Liebesgeschichte

3. Juli 2007
Von Sabine Beyer

Lange hat es gedauert, bis man endlich wieder etwas von Margaret Jardas lesen kann. Aber das Warten hat sich gelohnt. "Der Zauber von Benghasi" ist eine Geschichte, wie sie bestrickender nicht sein kann. Schon vom ersten Kapitel an rutscht man hinein in eine wundersame Liebesgeschichte zwischen einem jungen, zauberhaften, ein bisschen unbedarften, bildhüschen Libyer und einer deutschen Reisejournalistin, die beherrscht, klar, kritisch, welterfahren, unbestechlich und natürlich sehr schön ist. Die beiden repräsentieren vollkommen unterschiedliche Welten, die europäisch-aufgeklärte, intellektuelle und die altertümlich-traditonelle, eher leichtlebig-fatalistische. Die beiden geraten in einen Strudel aus Liebe und Leidenschaft, verfallen einander, verstricken sich in eine Zuneigung, die ihre Umwelt, ihre Herkunft, ihre Familien so nicht zulassen können.. Jardas beschreibt diese Liebe, dass man neidisch werden könnte. So poetisch, so ausgelassen und so tragisch. Vor allem für die erotischen Momente, und derer gibt es viele, findet sie Worte, wie ich sie schöner nie gelesen habe. Nie zotig, immer ästethisch, von einer Direktheit als läge man dabei!

Der Leser erlebt aber nicht nur eine aufwühlende Liebesgeschichte, die Autorin nutzt geschickt diese Liebe als Vehikel zum Bereisen des Landes. Unmerklich lernt man dieses Land Libyen aus allen möglichen Blickwinkeln kennen, seine landschaftlichen Schönheiten, sein gewaltiges griechisch-römisches Erbe, ahnt, wie kompliziert die Gesellschafts- und Familienstrukturen dort noch immer sind, erkennt, wie pauschal das westliche Urteil über dieses Land doch ist. Die Autorin ermöglicht einem einen sehr interessanten Blick hinter die Kulissen, einen Blick der fasziniert und erschreckt gleichermassen. Das Buch ist ein grandioser Mix aus Spannung, Poesie, Erotik und Historie.


Eine Liebe in Libyen

24. Juli 2007
Von Dr. Michal Wulff

Nach ihrem ersten Roman: "Der Mann aus Israel" verlegt die Autorin den Schauplatz der Handlung dieses Mal in das arabische Libyen. Ein Land voller Gegensätze: Westlicher Luxus und Konsum einerseits, uralte patriarchalische Gesellschaftsstrukturen andererseits. Ein starres Regelsystem, an dem auch die junge Generation nicht zu rütteln wagt. Eine strikt voneinander getrennte Männer- und Frauenwelt, im zwanzigsten Jahrhundert so rigide wie eh und je.
Diese Welt betritt die attraktive unabhängige Salomé, eine erfolgreiche und überaus selbstbewusste Jounalistin, nicht mehr ganz jung. Doch schon bald verfängt sie sich ind den schillernden Farben des geheimnisvollen Orients.
Wie ein naives kleines Mädchen verliebt sie sich in einen wesentlich jüngeren Mann und erliegt seiner Faszination. Er erweckt in ihr die zärtlichsten und leidenschaftlichsten Gefühle, an deren Existenz sie schon nicht mehr geglaubt hatte. Sie lässt sich von ihm vezaubern, kostet alle Facetten ihrer neu erwachten Sinnlichkeit und ist dennoch machtlos gegen die aufkeimende Angst. Am Ende jedoch wird diese vorweggenommene Angst schmerzhafte Wirklichkeit. Das ersehnte Liebesglück gleicht einer Fata Morgana. So wie der alte Archäologe es ihr prophezeit hatte: "Denken Sie daran, meine schöne Salomé, am Ende enttäuscht man immer nur sich selbst.
Das Buch ist Spannung pur, von der ersten bis zur letzten Seite, Witz, Geist, Humor und eine geballte Ladung Erotik.
Das Beste aber ist die Sprache. Manchmal weiß man nicht mehr, reiht Margaret Jardas Sätze aneinander oder malt sie (Wort-)Bilder?
Ihr Herz gehört dem Orient, ihre Sprache ist ihm perfekt angepasst, ist orientalisch. Insofern schreibt sie in der Tradition arabischer Erzählkunst. Thema und Sprache - eine gelungene Synthese.